Reaktion des Generaldirektors der ESA auf die vorgeschlagenen Kürzungen des NASA-Budgets
ESA-Generaldirektor Josef Aschbacher hebt die Bedeutung der Zusammenarbeit in der Raumfahrt hervor
Am 2. Mai 2025 hat das Office of Management and Budget des Weißen Hauses eine Kurzfassung des Haushaltsantrags des Präsidenten für das Haushaltsjahr 2026 herausgegeben; die ausführlichere Fassung dürfte Ende Mai/Anfang Juni folgen. Die Veröffentlichung des Haushaltsantrags markiert den Beginn des Bewilligungsverfahrens im US-Kongress, das in der Unterzeichnung des vom Repräsentantenhaus und vom Senat verabschiedeten Haushaltsgesetzes durch den Präsidenten gipfelt – es gilt also zu bedenken, dass in dieser Angelegenheit das letzte Wort noch nicht gesprochen ist.
Die NASA hat die ESA über den Haushaltsantrag in Kenntnis gesetzt, und während zu den vollen Auswirkungen noch einige Fragen offen sind, finden bereits weitere Beratungen mit der NASA statt. Die ESA ist bei den Programmen, die eingeschränkt oder beendet werden sollen, weiterhin offen für Zusammenarbeit mit der NASA, nimmt jedoch gleichzeitig mit Blick auf die Tagung ihres Rates im Juni gemeinsam mit den Mitgliedstaaten eine Bewertung der Konsequenzen vor.
Die ESA und die NASA blicken auf eine langjährige erfolgreiche Partnerschaft zurück, insbesondere in der Exploration – ein sehr sichtbares Beispiel für internationale Zusammenarbeit –, wo wir zahlreiche gemeinsame Tätigkeiten durchführen, durch die jahrzehntelange enge Verbindungen zwischen amerikanischen und europäischen Kollegen entstanden sind. Die Weltraumexploration ist ein Unterfangen, bei dem gemeinsam viel mehr erreicht werden kann als allein. Die ESA unterhält enge Partnerschaften mit Raumfahrtagenturen aus aller Welt und ist bestrebt, nicht nur ein verlässlicher, sondern auch ein starker und gefragter Partner zu sein.
Auf der ESA-Ratstagung im Juni wird auf der Grundlage weiterer Entwicklungen eine gemeinsam mit unseren Mitgliedstaaten vorzunehmende Bewertung möglicher Maßnahmen und Alternativszenarien für die betroffenen ESA-Programme und europäischen Unternehmen erfolgen. Gegen Ende des Jahres wird die ESA ihre Ratstagung auf Ministerebene abhalten und dabei ihre Entschlossenheit zeigen, Europas Potenzial in der Raumfahrt auszuweiten – zum Nutzen Europas, ihrer Mitgliedstaaten und der europäischen Bürger.